Kritiken
Süddeutsche Zeitung, April 2000
2000 Juni Landshut
Orlando-di-Lasso-Medaille für den orpheus chor münchen
Im Rahmen der Landshuter Chortage 2000 verlieh Präsident Günter Löffler Gerd Guglhör und seinem orpheus chor münchen die höchste chorische Auszeichnung, die der Bayerische Sängerbund zu vergeben hat. Damit wurden (...) die innovativen Leistungen des Chorleiters und die Bandbreite und Qualitat des Chores (...) gewürdigt.
Bayerische Sängerzeitung Nr. 6, Juni 2000
2000 Juni Frescobaldi/Cavalli-CD
Trotz der komplizierten Polyrhythmik und Polyphonie der Werke, gelingt es den Musikern, das Klangbild stets übersichtlich und transparent zu gestalten. Dies ist nicht zuletzt auch der präzisen Arbeit des von Guglhör 1982 gegründeten orpheus chores zu verdanken. Denn der Chor bildet als geschlossener und trotzdem höchst flexibler Klangkörper den italienischen Sprachmelos klar heraus und verwandelt ihn in einen farbigen Facettenreichtum.
Applaus, Juni 2000
2000 Juli Benediktbeuren - Bach: Motetten & J. D. Zelenka
Alles dreht sich um den Thomaskantor
Der Münchner orpheus chor und das lyra-Ensemble präsentierten sich mit Motetten von Bach und Zelenka. Hörenswert die Leistung des Chores, der mit der Instrumentalgruppe zu einem Ensemble von höchster Stimm- und Klangkultur verschmolz. Ein runder, warmer und doch transparenter Gesamtklang, Klarheit und Präzision, feine Detailarbeit - beispielhaft!
Süddeutsche Zeitung- Tölzer Neueste Nachrichten, Juli 2000
2000 Juli München
Gelungene Balance
Monteverdis Marienvesper in der Allerheiligenhofkirche (...) Guglhör forderte den Dienst an der Sache. Seinen Chor animierte er (...) zu klar gestuften Farben und Eindringlichkeit, die den jeweiligen Charakter der Textbotschaft nachdrücklich schärfte.
Süddeutsche Zeitung, Juli 2000
2000 Dezember Polling - Guerrero, Victoria & Morales
Schlicht überwältigend
Die musikalische Wirkung im Ineinander von Solostimmen und chorischen Passagen, von Vokalstimmen wie ihrer instrumentaler Einfärbung und Intensivierung (...) war schlicht überwältigend. (...) Das Motto des Abends, «Klangpracht des 16. Jahrhunderts in spanischen Kathedralen», jedenfalls war hier in jeder Note faszinierend umgesetzt und eingelöst.
Süddeutsche Zeitung, Dezember 2000
2000 Dezember München - Guerrero, Victoria & Morales
Sinnige Interpretation
Immer wieder kommt man gern zu den Konzerten des Münchner orpheus chors - nicht nur, weil der (...) ein wirklich erstaunliches Niveau besitzt. Denn stets warten seine Konzerte unter seinem unermüdlich frischen und neugierigen Leiter Gerd Guglhör mit Überraschungen, Entdeckungen und mit Neuland auf. «Klangpracht des 16. Jahrhunderts in spanischen Kathedralen» war jetzt das Konzert (...) überschrieben. Die Opulenz des Titels erwies sich als durchaus berechtigt. (...) Und diesem Reichtum geht der orpheus chor nach. (...) So macht Interpretation Alter Musik Sinn. (...) Die fürsorgliche Näherung Guglhörs, der Klang wurde subtil in solistische und chorische Partien aufgebrochen und differenziert instrumental untermauert, öffnete hierfür nachdrücklich die Tore
Süddeutsche Zeitung (R. Schulz), Dezember 2000
2001 März München
Barockes Juwel
Cavallis Requiem mit dem orpheus chor
Der orpheus chor überzeugte durch eine grandiose Spannweite des Ausdrucks und vor allem durch die Souveränität, mit der die großen technischen Schwierigkeiten gemeistert wurden. Die komplexen polyphonen Strukturen erzielten dank der perfekten Umsetzung und Guglhörs präzisem Dirigat an einigen Stellen bestechende Wirkungen.
Münchner Merkur, März 2001
2001 Juli Stift Reichersberg - W. A. Mozart & J. Fux & J. D. Zelenka
Geistliche Musik in Vollendung
Der orpheus chor München und die Neue Hofkapelle München unter der Leitung Gerd Guglhörs vermittelten am Ende eines heißen Tages im stillen, kühlen Kirchenschiff von Stift Reichersberg in Oberösterreich religiöse Impulse, geistliche Musik in künstlerischer Vollendung. (...) Der Chor faszinierte, schuf Wärme, bestach in seiner unpathetischen Disziplin (...) Draußen ist es schon Dunkel und man hört jemand sagen, daß dies bisher eine der »erhebendsten Veranstaltungen der Europäischen Wochen« gewesen sei.
Passauer Neue Presse, Juli 2001
2002 Januar München - 20 Jahre orpheus chor mit Bachs h-Moll-Messe
Niveauvoll
In zwanzig Jahren entwickelte er sich zu einem der außergewöhnlichsten Chöre in Bayern. Nicht nur, dass der orpheus chor münchen unter der Leitung von Gerd Guglhör eine empfindliche Lücke in Sachen Alter Musik mit historischer Aufführungspraxis zu schließen suchte, auch vom Niveau her stellte man höchste Ansprüche - und löste sie ein. Sockel waren komplexe Chormusik der Renaissance und als Pendant zeitgenössisches Chorschaffen. Zur Geburtstagsfeier im Herkulessaal erklomm man erneut einen, ja vielleicht den Gipfel überhaupt: Bachs h-moll-Messe. (...)
Es geriet zu einer grandiosen Aufführung. (...)
Musik als Grenzgang, als Auf- beziehungsweise Überbietung aller Kräfte muss, so Guglhörs emphatische Überzeugung, auch so klingen. Chor und Orchester standen gewissermaßen immer an der Kante, von der aus erst in die Tiefe geblickt werden kann. Die Zügel wurden vor allem im bestürzend prägnant komponierten, immer zur Reduktion und Konzentration drängenden zweiten Teil bis zum «dona nobis pacem»-Schluss nicht gelockert. (...)
Musik machen als Entäußerung aller Kräfte: Wer so an sie herangeht und sie auf dieser Basis zur Klarheit bringt, wer sich nicht in unverbindliche Mitten zu retten sucht, darf getrost und mit viel Vertrauen in die Zukunft seinen 20. Geburtstag feiern.
Süddeutsche Zeitung, Januar 2002
2002 Januar München - 20 Jahre orpheus chor mit Bachs h-Moll-Messe
Duett mit der Flöte
20 Jahre Münchner orpheus chor
Ein Chor hat sich gefeiert und uns mitfeiern lassen: der 20-jährige orpheus chor, der mit Bachs h-moll-Messe nicht zu hoch gegriffen hatte. Das, was man im Münchner Herkulessaal zu hören bekam, war eine durchdachte Interpretation, stilistisch einheitlich, in sich geschlossen. Gerd Guglhör, der Gründer und Leiter, gestaltete gestenreich und war auf einen gleichmäßigen Ablauf streng bedacht. Den sehr ausgeglichen besetzten Chor führte er leicht und beweglich. (...)
Münchner Merkur, Januar 2002
2002 Juni Osterhofen-Altenmark - «Amerika»
Musikalische Erfahrungen
Der orpheus chor mit amerikanischer Chormusik in Osterhofen-Altenmark.
(...) Am Anfang Leonard Bernsteins «Missa brevis». (...) Der Dirigent und alle Mitwirkenden verliehen der elementaren Wucht dieser Musik eine angemessene Kontur. - Dann eine Uraufführung von Laurence Traiger: «Be still - Kantate zum 11. September 2001». Der Komponist verschreibt sich den radikalen Experimenten diffiziler Struktur-, Form- und Klangverfahren. (...) In der Musik ist das Zerbrechliche vollends zerbrochen, es gibt hier Klangfindungen und Wendungen, die verzweifelt erschauern lassen. (...)
Am Ende Bernsteins «Heldenleben», seine «Chichester Psalms». Gerd Guglhör steuerte das faszinierende Werk, dem offenbar seine glühende Zuneigung gilt, mit nicht nachlassender Inspiriation und Kraft, zwang die verzweigten Teile zum Ganzen. Großer Schlussbeifall unisono.
Passauer Neue Presse, Juli 2002
2002 Juli München - «Amerika»
Bewegend
(...) Im Mittelpunkt stand die Uraufführung der «Cantata 11. September 2001 - Be still» des Komponisten Laurence Traiger: ein flutendes Dolby-Surround-Gemälde aus opakem Wohlklang. (...) Der exzellenten Aufführung setzte Altus Franz Vitzthum den Heiligenschein auf. Auch Bernstein wäre zu Tränen gerührt gewesen, hätte er diesen Sänger in seiner «Missa brevis» und den «Chichester Psalms» gehört.
Süddeutsche Zeitung, Juli 2002
2002 Dezember Polling - «Geistliche Musik am Münchner Hof»
Entdeckung zum Fest
Vergessene Komponisten im Bibliotheksaal
Gerd Guglhör, seit langem eine Instanz und Institution bei der Aufführung von Musik im Originalklang (...) und sein orpheus chor aus München hatten in Klangsprache und -rede eine Interpretation gefunden, in der Soli und Chor, Instrumente und Stimmen zu einem transparenten, dabei dichten und üppigen Klang wurden. Aus dem Puls der Musik folgten die Tempo- und Metrum-Wechsel, so intensiv ausgefeilt, dass sogar die Übergänge zwischen den Sätzen diesem Pulsschlag folgten.
Der Chor, ein Muster an Homogenität, Geschmeidigkeit und Klangkultur, reagierte empfindsam auf Guglhörs dynamisches Dirigat. (...) Man merkte, wie sehr dieses Ensemble in diesem Musikstil zu Hause ist, den es als emotionale Aufgabe versteht. (...) Am Ende langer Beifall.
Münchner Merkur, Dezember 2002
CD «Geistliche Musik am Münchner Hof»
Diese prächtigen Seiten schlägt der Münchner Chorleiter Gerd Guglhör mit einer ambitionierten Einspielung auf: Mit Werken von J. K. Kerll (1627-1693) und R. I. Mayr (1646-1712) stellt er einen einzigartigen Kosmos geistlicher Musik am Hofe der Wittelsbacher vor. (...) Gerd Guglhörs außergewöhnliche und hörenswerte Chorarbeit wird gerade an sehr affektreichen Stellen deutlich, die nicht nur expressiv und opulent, sondern auch stimmtechnisch immer perfekt bewältigt werden.
In den zu Vespern kompilierten Psalmen Mayrs gelingt der Wechsel von Tutti- und Soli-Passagen immer organisch, wobei Guglhör offensichtlich nicht auf solistische Allüren, sondern auf mit dem Chorklang abgestimmte, kompatible Stimmen besonderen Wert legt. (...)
Fazit: Ein äußerst kompetenter Einblick in die musikalische Kultur der Münchner Hofkapelle in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Concerto - Das Magazin für alte Musik, Juli/August 2003
Synthese von Raum und Klang
Zu einer faszinierenden Symphonie von Raum, Klang und Harmonie wurde das Konzert mit dem orpheus chor münchen und dem Lyra Ensemble unter Leitung von Gerd Guglhör (...).
Gleich das einleitende «Laetatus sum» zeigte Scarlatti als hochinteressanten Chorkomponisten (...). Hier, wie auch im nachfolgenden «Stabat Mater» präsentierte sich der Chor voller Geschlossenheit und Dichte, der selbst auf kleinste Zeichen vom Dirigenten versiert einzugehen wusste (...) Zum absoluten Höhepunkt des Abends entwickelte sich Carissismis «Historia di Jephte». (...)
[Es] erwies sich Gerd Guglhör als jederzeit präsenter Leiter, der Ensemble wie Solisten selbst in schwierigsten Passagen mit angenehm sparsamer Dirigiergestik voll im Griff hatte und den Werken fast unmerklich seinen Stempel aufsetzte.
Osterhofener Zeitung, 7. Juli 2003
Glanz und Gloria
Geistliche Musik in der Allerheiligen-Hofkirche
Selten harmonieren Aufführungsort und Musik so wie beim Konzert des orpheus chores und der Neuen Münchner Hofkapelle in der Allerheiligen-Hofkirche. (...)
Das zwölfköpfige Instrumental-Ensemble auf Originalinstrumenten wie auch der homogen und hochpräzise intonierende orpheus chor wurden von Gerd Guglhör lebendig dirigiert. (...)
Hauptwerk war Kerlls «Missa superba» (...), dessen weit gespannte «Dona nobis pacem»-Kadenz Messe wie Konzert eindrucksvoll beschloss.
Süddeutsche Zeitung, 30. September 2003
Kraft und Pracht
Der orpheus chor entdeckt Henry Purcell wieder
(...) Der orpheus chor erfreut sich einer immer noch anwachsenden Beliebtheit, die nicht zuletzt von den ebenso kundigen wie intensiven Begegnungen mit markanten Persönlichkeiten in vielen zurückliegenden Konzerten herrührt. Und die Qualität ist erstaunlich und lässt manch anderen halbprofessionellen Chor weit hinter sich.
Purcell ist, wie jede herausragende Musik, enorm schwierig zu singen. Homophoner Satz, dichte polyphone Führungen und spätmanieristische Chromatik durchdringen sich fast ständig, dazu treten eng verzahnte Soli-Tutti-Wechsel (...). Der Chor meistert diese Herausforderungen mit verblüffender Sicherheit, Flexibilität und gestalterischem Reichtum.
(...) Insgesamt wirkte das Konzert so, als würde man einen Dom betreten, dessen Stil und Architektur unbekannt sind, der aber durch eigene Kraft und Pracht in den Bann schlägt: Purcell eben.
Süddeutsche Zeitung, 9. Dezember 2003 (Reinhard Schulz), Dezember 2003
Israel in Egypt
Den Hauptanteil bei der Aufführung dieses Oratoriums hatte naturgemäß der Chor, und hier bewährte sich der orpheus chor münchen in vorbildlicher Weise! Er ist als Interpret Alter Musik sowie bei Neuentdeckungen weit über München hinaus bekannt. Unter seinem Gründer und musikalischen Leiter, Prof. Gerd Guglhör präsentieren die 55 Sängerinnen und Sänger das Werk mit hohem gestalterischem Reichtum. Trotz aller Homogenität des Ensembles müssen hier die reinen und frischen Stimmen der Damen hervorgehoben werden, die vor allem in den Höhen bestachen (...) Die dramatische Vertonung des Schicksals der "Kinder Israels", als monumentales, historisches Epos konzipiert, fand den begeisterten Beifall des Publikums im fast ausverkauften Prinzregententheater.
Der neue Merker - Oper, Ballett und Konzert in Wien und aller Welt (Dietrich Grossherr), April 2004
Aufbruch zur Freude
Missa nigra - welch ein Name für eine Barockmesse als Hauptwerk eines Kirchenkonzerts! (...) Aber nicht schwarz gebärdete sich die Kirchenmusik Johann Kaspar Kerlls an diesem Nachmittag in der Rotter Kirche, sondern licht, in Überschwang, im Schwingen der Tempi. Die Musik sprach zum Zuhörer. (...) Fast zwei Stunden wurde intensiv musiziert, und das in einem Tempo, das man bei alter Musik nur selten zu hören bekommt (...) Diese Musiker lebten einfach im Metier der Barock-Sakralmusik. Ja, auch die Zuhörer schienen sich am Ende wie trunken Agostino Steffanis gewichtigem Motettenwerk «Laudate Pueri» hinzugeben. Dieser großartige Abschluss stand in schönem Einklang mit der (...) Kirche.
Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim, 7. Juli 2004
Stilsicher
Ein Komponist, den schon Johann Sebastian Bach sehr schätzte - an dem muss was dran sein. Dass Johann Kaspar Kerll heute vergessen ist, kann nicht am Niveau seiner Werke liegen, wie Gerd Guglhör und der orpheus chor münchen mit einem glänzenden Konzert in der Herz-Jesu-Kirche deutlich machten. (...).
Mit großer Chorbesetzung gelang Guglhör eine klanglich opulente und zugleich ausdrucksstarke Aufführung von Auszügen aus Kerlls «Delectus Sacrarum Cantionum» und der eindringlichen «Missa nigra»; ergänzt um das «Laudate pueri» des später in München wirkenden Agostini Steffani. Organisch band er die Solisten in den stets wunderbar homogenen Chorklang ein (...).
Süddeutsche Zeitung, 7. Juli 2004
Lebendig
Den orpheus chor zu loben, bedeutet Eulen nach Athen zu tragen, dennoch ist die hohe Gesangskultur des Ensembles, sein homogener und doch ausgesprochen lebendiger Chorklang, die Differnziertheit des Singens und Gestaltens keineswegs selbstverständlich und nicht zuletzt das Ergebnis der unermüdlichen Probenarbeit von Gerd Guglhör, dem Gründer und Leiter des orpheus chors.
(...) Vielleicht waren der Beginn (...) und das Ende (...) die ergreifendesten Momente des ganzen Konzerts. Denn die einzelnen Sänger standen da im ganzen Chorraum verteilt - Männer und Frauen gemischt -, und so ergab sich ein ausnehmend schöner, weit ausschwingender Klang und eine unvergleichliche musikalische Aura. (...)
Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 2004
Gute künstlerische Gesamtleistung bei Haydns «Schöpfung» in Passau
Punktgenau und ohne Romantisierung: Gerd Guglhör mit der Neuen Hofkapelle München und dem orpheus chor
(...) Der hochkonzentrierte, präsente Dirigent betont agil das sinnliche Wunder dieses religiösen Mythos, verzichtet auf Romantisierungen, gibt seinen Akteuren gewisse Freiheit, legt aber jeweils punktgenau die Hebel im Sinne seiner ästhetischen Intention wieder um.
(...) Vorbildlich hat Guglhör mit dem Chor gearbeitet, der sich mit gut abgestimmtem Klang und bemerkenswerter dynamischer Gestaltung in den Details des Notentextes präsentiert. (...)
Raimund Meisenberger, Juni 2005
Ein Hort der «wahren Freude»
Festliche Klänge und Worte zum 30-jährigen Bestehen der Konzerte im Bibliotheksaal
(...) «Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter!»
Der Appell wurde an diesem Abend vom Münchner orpheus chor und vom «Lyra Ensemble» erhört. Die Musiker zeigten sich spezialisiert auf die historische Klangfarbe. (...) Die Staffelung auf der Treppe bot beste Voraussetzungen für den 40-köpfigen Chor, der mit jubilierenden Kanonsätzen genauso brillierte wie mit der entschwerten Umsetzung auch ernstester Strophen. (...)
Weilheimer Tagblatt, 6. Dezember 2005
Kaminski-Konzert
Bereits das magische Espressivo am Beginn des 130. Psalms wurde zum Fanal für einen starken Abend großer A-cappella–Kunst
Süddeutsche Zeitung (Klaus Peter Richter), März 2006
Kaminski-CD
8 Sterne (von 10 möglichen) für Interpretation bei classic heute
8 Sterne (von 10 möglichen) für die musikalische Leistung in Stereoplay, Juni 06
CD Tipp der Woche in SZ Extra, Woche vom 2.–8.März Süddeutsche Zeitung
CD Tipp am 25.05.06 «Traumschöne Entdeckung» Rheinischer Merkur

Die Kritiker äusserten sich wie folgt:
«Die Aufnahme ist traumschön» Rheinischer Merkur
«Um so mehr überzeugen der Münchner Orpheus-Chor und die Solisten mit ihrer mustergültigen Annäherung an die kontemplativen Ideengehalte und Ausdrucksformen der Musik Kaminskis» classic heute
«Die Aufführungen dieser eminent schweren Werke beeindrucken mit ihrem Willen, auch höchsten Hürden mit freudigem Elan zu begegnen» Stereoplay
Juni 2006
Der Tod als Stille - Rosenheim, Pfarrkirche Heiligenblut am 16.07.2006
Zur so starken Wirkung trug aber vor allem der OrpheusChor München mit dem Barockorchester La Banda bei. Unter der ebenso leidenschaftlichen wie präzisen Stabführung von Gerd Guglhör machten die Musiker das unnachgiebige Ziehen und den todesschlundigen Sog des Eingangsstückes hörbar, stürzten sich die Sänger mit leidenschaftlicher Erregtheit in die Fugen und ließen die Seelen zittern im «Dies irae». (...) Das Orchester steuerte einen stählern strahlenden und beinah gleissenden Glanz bei. So wilderregt, so schonungslos anspringend hat man dieses Requiem selten gehört. (...) Insgesamt ein Konzert der Extraklasse. (...)
Rainer W. Janka, Juli 2006
Inbrünstiges Ringen - Orpheus-Chor und Wen-Sinn Yang in der Allerheiligen-Hofkirche
Was sich da in der Allerheiligen-Hofkirche entspinnt, wirkt wie ein archaisches Ringen zwischen Instrumentalstimme und Vokalensemble um die musikalische Herrschaft, mit Hingabe ausgefochten. (...) Doch auch hier gelingen dem Chor Interpretationen voller Kraft und Energie, sowohl im aufbrausenden Forte als auch im schummrigen Pianissimo. Dabei eine so perfekte Intonation und Artikulation, selbst der klingenden Konsonanten, zu bewahren, ist nicht selbstverständlich, und doch unabdingbar für die solistische Entfaltung der warmen Baritonstimme Christof Hartkopfs, die sich wunderbar in die Homogenität des Chorklangs fügt. (...)
Süddeutsche Zeitung (Andreas Pernpeintner), November 2006
Lully und Rameau in Altenmarkt
"Wenn bei einem Konzert die Scheinwerfer ausfallen und der Chor trotzdem weitersingt, ist das noch keine Sensation. Wenn der Chor jedoch so weitersingt, dass man die Dunkelheit zunächst gar nicht wahrnimmt, dann ist das durchaus bemerkenswert. Beim münchener «orpheus-chor» war am Sonntag in der Altenmarkter Asam-Basilika auf eindrucksvolle Art und Weise stimmliche Strahlkraft zu erleben - in einer einfühlsamen Annäherung an die geistliche Musik zur Zeit des Sonnenkönigs Ludvig XIV.
(...)
Die Beleuchtung war zum Ende des Abends wiederhergestellt - das Leuchten in den Augen der Zuhörer dürfen sich die Sänger und Musiker des Abends aber getrost selbst zuschreiben."
Passauer Neue Presse (Katrina Burkert), Juni 2007
Eindringliche Verschmelzungen
Er galt als Antipode Richard Wagners im Münchner Musikleben Ende der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts: der als Dirigent an der Oper wie als Leiter der musikalischen Akademien höchst einflussreiche Franz Lachner.
(...)
Lachners F-Dur-Messe jedenfalls und sein "Stabat Mater" gerieten mit dem Orpheus-Chor unter Leitung von Gerd Guglhör zu einer eindringlichen Erfahrung, wie klassische Proportionen und romantischer Ausdruck in der Harmonik, A-Cappella-Strenge und liedhafte Melodik wunderbar verschmelzen können.
Dank sei der Neugier und Hartnäckigkeit Guglhörs, der der Staatsbibliothek erst die Noten dieser grandiosen doppelchörigen Messe mit Soli entlocken musste. Kaum zu glauben dass eine solche Musik in den Archiven schlummerte und erst jetzt wieder - nach mehr als 100 Jahren - zum Leben erweckt wurde.
Der Orpheus-Chor sang sie in der Sendlinger Himmelfahrtskirche, die eine exzellente Akustik besitzt, mit seiner gewohnten Präzision und Leuchtkraft; aber darüber hinaus mit einer derart intensiven Anteilnahme dass man fasziniert jeder Phrase und jedem Wort hinterherlauschte.
Süddeutsche Zeitung (Klaus Kalchschmid), Juli 2007
Höher kann der Anspruch nicht sein - faszinierend
Sofia Gubaidulina als Musikerin auf dem Podium und - wie Anne-Sophie Mutter - im Publikum. Auf der Bühne der Allerheiligen-Hofkirche der Meistercellist Julius Berger mit seiner Cello-Klasse, das Casal-Quartett, der Orpheus Chor München unter Gerd Guglhör. Alle bringen Musik der Moderne im so glücklichen Kontrast mit dem "alten" Orlando di Lasso. Aber das ist es diesmal nicht allein. Der Klangforscher Alexander Lauterwasser setzt die Musik in Beziehung zum Element Wasser. Er bildet, auf eine Leinwand projiziert, die Schwingungen ab, die die Klangwellen auf einer Wasserfläche hervorrufen. Beim ersten Ton erscheint ein blauer Kreis, verändert unter Geige, unter Cello seine Gestalt. Es flimmert, flackert, scheint auch mal aufzuspritzen, die Farbe von Blau in Gold zu wechseln. Es ist ein unaufhörlicher synästhetischer Prozess: "Waternight" (wie ein Stück von Whitacre heißt) - Wasser und Klang im Dialog, ein Konzert der Reihe "Musica sacra - sacra Lux". Das alles ist von der künstlerischen Leiterin Michaela Pods-Aue sehr genau überlegt, auch im Programm-Aufbau strikt durchdacht. Und wenn endlich Sofia Gubaidulinas Stück "Am Rande des Abgrunds" für sieben Celli und zwei Aquaphone dran ist, auch faszinierend. Die Komponistin selber spielt das glockenartige, wassergefüllte, saitenbespannte Instrument, schwingt es herum und erzeugt damit berückende Töne.
TZ, April 2008
Die Musik malt Wasserbilder in der Allerheiligen-Hofkirche - Optische und klangliche Höhepunkte
Erst sieht es aus wie ein kreisrunder, stiller Teich, in dessen Mitte sich der Vollmond spiegelt. Von ihm aus treiben kleine Wellen nach aussen, als habe jemand einen Stein auf das Spiegelbild des Mondes geworfen. Es ist aber weder eine Galaxie, noch sind es Lebewesen, die da auf die Leinwand in der Apsis der Allerheiligen-Hofkirche projiziert wurden.
Es ist die Reaktion von Wasser in einer flachen Schale auf die Klangwellen der Musik von Leos Janacek, Sofia Gubaidulina, Eric Whitacre, Peteris Vasks, Wolfram Buchenberg und John Tavener, mit klarer und sicherer Wärme vorgetragen vom Casal Quartett, Julius Berger mit seiner Cello-Klasse und dem Orpheus Chor.
"Waternight" heißt das synästhetische Konzept. Optische und klangliche Höhepunkte schenkte Sofia Gubaidulinas emotionales Werk "Am Rande des Abgrunds" für sieben Celli und zwei Aquaphone.
Süddeutsche Zeitung, April 2008
In memoriam Walter Hornsteiner
(...)
Bei Anton Bruckners genialer Komposition denkt man an ein Wort des Franziskus von Assisi, er wäre durch die Musik zu Gott gekommen und Gott spräche durch die Musik zu ihm. Seine zweite Messe ist - zumindest was den Choranteil betrifft - seine wohl grösste. Sie ist äusserst diffizil und heikel, deswegen auffallend selten zu erleben.
Wie der Münchener Chor unter der sehr kompetenten, nur im "Kyrie" in seinem Dirigat etwas wenig locker wirkende Gerd Guglhör alle Aufgaben meisterte, war wahrlich alle Ehren wert. Da war nur gleich eingangs nach dem bemerkenswert langen a cappella-Abschnitt ein Anschluss an die Bläser intonationsmässig leicht verwackelt.
Die stellenweise äusserst kühne Harmonik mit reichster Chromatik bewältigte man bewundernswert. Sichere Einsätze auch an exponierten Stellen, ein tragfähiges piano an den Ausdruckshöhepunkten, sowie eine spannungsvolle, stimmige Interpretation insgesamt, waren weiter auf der Habenseite. Über Erwarten klar auch die fugierten Teile von strengster Polyphonie.
(...)
Hornsteiners "Hymnen" - hier traten Nicole Winter und Angelika Wissmüller (Tochter des Komponisten) an den Klavieren hinzu - verbinden christliches Gedankengut des Mittelalters mit einer stark an Orff und Stravinsky (Psalmensinfonie!) orientierten Musiksprache. Hervorzuheben die von Erfahrung zeugende vorzügliche Behandlung der Bläser in der Partitur.
In der Hymne III gab's nach der brucknerisch anmutenden Blechbläsereinleitung eine ungewollt lange Generalpause. Dann stellte sich heraus dass der (sehr obligate) erste Fagottist seine Noten vermisste. Zum Glück fanden sie sich. Auch für einen Rezensenten ein absolutes Novum!
Straubinger Tagblatt (Werner Haas), Juli 2008
Wegweisende Tonmalereien
Orpheus Chor und Neue Hofkapelle entdecken Abbé Vogler Ein Konzert in der Sendlinger Himmelfahrtskirche machte mit einem heute vergessenen, für die Musikgeschichte gleichwohl wichtigen Musiker bekannt, mit Abbé Vogler. (...) Dass sein Requiem so überzeugen konnte, lag auch an der mustergültigen Aufführung durch den Orpheus Chor München und die Neue Hofkapelle, die Gerd Guglhör zu vorwärtsdrängendem Musizieren antrieb. Der hervorragende Chor begeisterte durch Homogenität und Klangkultur. Mit Präzision und Leuchtkraft sang er das einleitende wie als Zugabe wiederholte "Te Deum" von Joseph Haydn. Makellos auch die Leistung der Solisten Roswitha Schmelzl (Sopran), Dominika Hirschler (Alt), Michael Mogl (Tenor) und Wolf Matthias Friedrich (Bass), die allerdings nur kleinere Aufgaben zu erfüllen hatte. Die Neue Hofkapelle München bewältigte die zahlreichen Bläsersoli ebenso bravourös wie die donnernden Tutti. Verdienter Beifall.
Süddeutsche Zeitung (Sebastian Werr), November 2008
Spannender Vergleich
Orpheus Chor mit vier Versionen des "Stabat Mater" in Herz-Jesu
Vier Vertonungen des "Stabat Mater" aus drei Jahrhunderten standen auf dem Programm des Orpheus Chors in der Herz-Jesu-Kirche. Die ältesten stammen von Scarlatti, komponiert zwischen 1715 und 1719, eine von Franz Lachner (1856); Javier Bustos Version von 1998 eröffnete das Konzert, im zweiten Teil folgte die Fassung von Knut Nystedt aus den Jahren 1986/87. Dieses "Stabat Mater" war das in sich geschlossenste und kargste, trotz der Verknüpfung mit einem virtuosen Cellopart (Yves Savary). Scarlatti und Lachner dagegen sehen Vokalsoli und Chor vor. Der Romantiker erwies sich als klassizistisch gebändigter Ausdrucksmusiker. Bustos dagegen begann faszinierend archaisch, um allmählich im 20. Jahrhundert anzukommen.
Obwohl der Orpheus Chor unter Gerd Guglhör in jedem Werk - auch Harald Fellers kleinen Chorsätzen und dem abschliessenden "Svyati" von John Tavener - nahezu vollendet phrasierte und wunderbar homogen sang, überzeugte doch Scarlattis "Stabat Mater" am meisten: eine grandios vielschichtige Vertonung im Wechsel von komplexer, aber stets fliessender Polyphonie, grossartigen Klangschichtungen neben konzertanten Partien, kulminierend in einer geradezu magischen Vertonung des "Quando corpus morietur - wenn der Leib sterben wird".
Süddeutsche Zeitung (Klaus Kalchschmid), März 2009
Händel-Glück
Orpheus-Chor mit Psalmvertonungen im Herkulessaal
Georg Friedrich Händel war erst 22 Jahre alt, als er sich in "überschwenglicher Schaffenslust" (Dorothea Schröder) im Frühjahr 1707 in Rom Psalmvertonungen widmete. Darunter fanden sich ein "Nisi Dominus" und das berühmte "Dixit Dominus", die zum Aufregendsten gehören, was jemals an Geistlicher Musik komponiert wurde.
Der Orpheus-Chor und das Originalklang-Ensemble La Banda unter Leitung von Gerd Guglhör hatten ihr Programm im Herkulessaal ganz Händel gewidmet und konnten nach der Pause in diesen beiden Werken zeigen, was in ihnen steckt. Denn der junge Komponist schont weder Instrumentalisten noch Sänger, ja fordert von letztgenannten eine Stimmakrobatik, Musikalität und drastischen Ausdruck, dass einem schon beim Hören schwindelig wird. Aber auch einige der Solisten, allen voran der hell tiberierte, koloraturensichere und mit leuchtendem Kern in der Stimme singende Countertenor Franz Vitzthum und die sehr präsente Sopranistin Katja Stuber sowie der zarte Tenor von Julius Pfeifer trugen zum intensiven Eindruck dieser zweiten Konzerthälte bei.
Zu den vielen Höhepunkten des Abends zählen die dramatischen Momente, in denen Händel ganz auf Dissonantzen und Kontraste setzte, vom Orpheus-Chor in allen Stimmlagen sicher und lebendig artikuliert. Aber auch die leisen Momente, wie etwas die ALt-Arie aus dem "Nisi Dominus" oder das Mozart-nahe "Propterea exaltabit caput" mit zwei Sopranen im wunderbar schwebenden Duett, hiterließen einen nachhaltigen Eindruck, den das Strichorchester noch intensivierte.
Süddeutsche Zeitung (Klaus Kalchschmid), Juni 2009
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